Patientenanamnese
– die Vorbereitung auf den ersten Arzttermin
Eine strukturierte und sorgfältige Patientenanamnese ist die Grundlage für eine verantwortungsvolle ärztliche Entscheidung im Rahmen einer möglichen Therapie mit medizinischem Cannabis. Gerade beim ersten Arztbesuch dient sie dazu, die individuelle Situation der Patientin oder des Patienten umfassend zu verstehen, Chancen realistisch einzuschätzen und Risiken frühzeitig zu erkennen.
1. Aktuelle Beschwerden und Behandlungsanlass
Zu Beginn stehen die aktuellen Symptome und die zugrunde liegende Erkrankung im Fokus. Wichtig ist eine möglichst präzise Beschreibung:
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Art, Dauer und Intensität der Beschwerden
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zeitlicher Verlauf (akut, chronisch, schubweise)
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Auswirkungen auf Alltag, Schlaf, Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität
Patient:innen sollten darlegen, weshalb sie eine Cannabistherapie in Erwägung ziehen und welche Erwartungen oder Ziele sie damit verbinden (z. B. Schmerzreduktion, Schlafverbesserung, Appetitsteigerung).
2. Bisherige Therapien und Behandlungserfahrungen
Ein zentraler Bestandteil der Anamnese ist die Darstellung bisheriger Behandlungsversuche:
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eingesetzte Medikamente (inkl. Dosierung und Dauer)
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nicht-medikamentöse Therapien (Physiotherapie, Psychotherapie etc.)
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Therapieerfolge, Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten
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Gründe für Therapieabbrüche
Diese Informationen sind essenziell, da eine Cannabistherapie in der Regel dann erwogen wird, wenn leitliniengerechte Standardtherapien nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden.
3. Vorerkrankungen und relevante Risikofaktoren
Im nächsten Schritt werden relevante somatische und psychische Vorerkrankungen erfasst, darunter insbesondere:
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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Leber- oder Nierenerkrankungen
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neurologische oder psychiatrische Erkrankungen (z. B. Psychosen, schwere Angststörungen)
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Suchterkrankungen in der Vergangenheit
Diese Angaben sind entscheidend, um Kontraindikationen oder besondere Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit Cannabinoiden zu erkennen.
4. Aktuelle Medikation und Wechselwirkungen
Eine vollständige Übersicht aller aktuell eingenommenen Medikamente ist notwendig, einschließlich:
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verschreibungspflichtiger Arzneimittel
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frei verkäuflicher Präparate
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Nahrungsergänzungsmittel
So können mögliche Wechselwirkungen geprüft und die Therapie sicher geplant werden.
5. Frühere Erfahrungen mit Cannabis
Falls vorhanden, sollten frühere Erfahrungen mit Cannabis offen angesprochen werden:
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medizinische oder nicht-medizinische Nutzung
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subjektive Wirkung (positiv oder negativ)
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Verträglichkeit, Nebenwirkungen, Dosierungserfahrungen
Diese Informationen können helfen, die individuelle Reaktion besser einzuschätzen, ersetzen jedoch keine medizinische Bewertung.
6. Soziale Situation und Alltag
Auch die Lebensumstände spielen eine Rolle:
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Berufliche Tätigkeit (z. B. Fahr- oder Maschinentätigkeit)
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familiäre Situation und Unterstützungsnetz
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Alltagsanforderungen und Belastungen
Gerade im Hinblick auf Fahrtüchtigkeit, Arbeitsfähigkeit und Therapietreue sind diese Aspekte relevant.
7. Aufklärung und gemeinsame Zieldefinition
Am Ende der Anamnese steht die ärztliche Aufklärung. Dabei geht es um:
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realistische Erwartungen an eine Cannabistherapie
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mögliche Nebenwirkungen und Risiken
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Hinweise zur sicheren Anwendung
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rechtliche Aspekte (z. B. Teilnahme am Straßenverkehr)
Gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten werden klare Therapieziele definiert und das weitere Vorgehen besprochen.
Mit dem Patientenanamnese-Bogen kann der Arzt effizient und zuverlässig arbeiten, um Deine Cannabistherapie einzuleiten!
In diesem Sinne: Lade das folgende Formular herunter und fülle es aus!
Patientenanamnese & Arztbesuchsbogen
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Dritter Schritt: Arztbesuch
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