Nebenwirkungen von medizinischem Cannabis
Cannabisbasierte Arzneimittel gelten im Allgemeinen als gut verträglich und vergleichsweise sicher, insbesondere wenn sie ärztlich begleitet und individuell dosiert werden. Dennoch können – besonders zu Beginn einer Behandlung oder bei Dosierungsänderungen – Nebenwirkungen auftreten.
In vielen Fällen lassen sich diese Nebenwirkungen gut steuern oder reduzieren. Zwei wichtige Ansätze sind dabei:
1. Titration („Auftitrieren“)
Unter Titration versteht man die schrittweise Anpassung der Dosierung. Dabei wird die Menge des Wirkstoffs langsam erhöht oder bei Bedarf wieder reduziert.
Dieses vorsichtige Vorgehen hilft dem Körper, sich an die Therapie zu gewöhnen und kann das Auftreten von Nebenwirkungen deutlich verringern.
2. Anpassung der Wirkstoffzusammensetzung (Entourage-Effekt)
Die Wirkung von Cannabis wird nicht nur durch THC bestimmt. Auch CBD sowie verschiedene Terpene beeinflussen die Gesamtwirkung der Pflanze.
Daher kann es sinnvoll sein:
– von THC-dominanten Sorten auf THC/CBD-ausgewogene Sorten zu wechseln
– verschiedene Sorten zu kombinieren, beispielsweise eine THC-reiche Sorte mit einer CBD-reichen Sorte
– Sorten mit unterschiedlichen Terpenprofilen auszuprobieren
Dieses Zusammenspiel der Wirkstoffe wird häufig als Entourage-Effekt bezeichnet und kann sowohl die Wirkung verbessern als auch Nebenwirkungen reduzieren.
Mögliche Nebenwirkungen
Die folgenden Nebenwirkungen können insbesondere zu Beginn einer Therapie auftreten. Häufig nehmen sie mit der Zeit ab oder verschwinden nach einer Eingewöhnungsphase vollständig:
– Müdigkeit
– Schwindel
– Übelkeit
– Schläfrigkeit
– Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen
– Mundtrockenheit
– gesteigerter Appetit
– Gedächtnisbeeinträchtigungen
– Gleichgewichtsstörungen
Zusammenhang mit der Dosierung
Nebenwirkungen treten häufig auf, wenn die Dosierung zu hoch gewählt wurde oder der Körper noch nicht ausreichend an die Wirkstoffe gewöhnt ist.
Durch eine langsame und kontrollierte Dosiserhöhung (Auftitrierung) lässt sich das Risiko solcher Beschwerden meist deutlich reduzieren. Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sich mögliche Nebenwirkungen nach einer gewissen Zeit spürbar abschwächen oder vollständig verschwinden.
Hinweis: Die Behandlung mit medizinischem Cannabis sollte grundsätzlich unter ärztlicher Begleitung erfolgen. Bei anhaltenden oder belastenden Nebenwirkungen sollte die Therapie gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
